15.11.2016 - Oliver Stiefenhofer in einem Interview mit dem B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN über Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation.

IT – Herzstück und Business-Motor eines modernen Unternehmens

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Als bundesweit tätiges Dienstleistungsunternehmen für moderne IT-Lösungen haben Sie praxisnahe Einblicke in die Strukturen vieler Firmen aus verschiedensten Branchen. Wie gut ist der Mittelstand vorbereitet auf die digitale Transformation?

Oliver Stiefenhofer: Unser Mittelstand in Deutschland macht seine Sache seit jeher sehr gut und stärkt der deutschen Wirtschaft dadurch den Rücken. Die Wichtigkeit der digitalen Transformation ist jedem bewusst, jedoch fehlt es den Unternehmen an nötigem Know-how und durch den Fachkräftemangel an Personal. Der Mittelstand adressiert den digitalen Wandel als Zukunftsthema und als Arbeitsfeld, in dem es sich weiterzuentwickeln gilt. Der Wille für den digitalen Wandel ist initial. Die digitale Transformation ist weltweit im Gange und beeinflusst auf kurz oder lang auch unseren Mittelstand je nach Branche mehr oder weniger. Unsere Hidden Champions sollten daher nicht drauf warten, bis sie beeinflusst werden. Unser Mittelstand sollte aktiv die digitale Transformation angehen und gestalten. Für dieses Vorhaben braucht es einen starken Partner, der den Erfolg in einer zukunftsorientierten Digitalisierungsstrategie sichert.


Bei der digitalen Transformation hat sich vor allem die IT-Landschaft als Herzstück herauskristallisiert. Vor welchen Herausforderungen stehen die IT-Abteilungen von mittelständischen Unternehmen, um nicht die Auffahrt auf den digitalen Highway zu verpassen?

Die IT ist in Zukunft nicht nur das Herzstück der digitalen Transformation, sondern des gesamten Unternehmens. Die große Herausforderung ist, die IT dazu in die Lage zu versetzen. Dazu zählen die Involvierung der IT in jegliche Innovationsprojekte, die Bereitschaft Prozesse neu zu denken und umzusetzen, z.B. Wertschöpfungsketten digital zu verlängern oder auch smarte Services zu entwickeln. Die IT sollte demnach als Enabler – als Business-Motor – angesehen werden und nicht als reiner Kostenfaktor!


Was raten Sie als IT-Spezialist zukunftsorientierten Unternehmen, die sich auf den Weg zur digitalen Transformation machen?

Jedem, der sich aufmacht, die digitale Transformation anzugehen, sollte gesagt sein, dass zunächst ein klares Bild für die Zukunft des Unternehmens stehen muss. Wo steht die eigene IT und wohin soll sie sich entwickeln? Das Bewusstsein der digitalen Transformation als Chance und Treiber der Zukunft ist der erste Schritt. Steht das klare Bild einer individuell entwickelten Digitalisierungs-Strategie, dann kann der digitale Wandel angegangen und umgesetzt werden. Auf diese Weise verliert kein Unternehmen den Weg. SCALTEL entwickelt nicht nur eine Digitalisierungs-Strategie für seine Kunden, sondern unterstützt das Unternehmen proaktiv bei ihrer Umsetzung und verfügt über ein breitgefächertes Partner-Netzwerk, um allen Ansprüchen genügen zu können.


Daten- und Netzwerksicherheit ist branchenübergreifend ein heikles Thema. Wo drückt hier besonders vielen Unternehmen der Schuh?

Vielen Unternehmen ist das Ausmaß der eigenen Un-Sicherheit nicht bewusst. Aufgrund der immer komplexer werdenden IT-Landschaft verlieren die Betriebe zunehmend den Überblick über die notwendigen IT-Sicherheits-Bausteine. Meist sind sie sich nicht über Auswirkungen und Konsequenzen von Ausfällen oder Datenverlusten bewusst, zum Beispiel durch Cyber-Angriffe.


Mobile Technologien vereinfachen unternehmensweit die Prozesse. Wie können Firmen vor allem das Thema „Cloud Computing“ nutzen, um damit den Unternehmens-Erfolg zu optimieren?

Auch beim Thema Mobility ist es essenziell, die eigenen Anforderungen genau zu kennen. Denn Lösungen gibt es wie Sand am Meer. Aber nur eine Lösung, die speziell auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist, bringt einen Vorteil. Im Zusammenspiel mit Cloud Computing wird die eigentliche Inbetriebnahme dann zum Kinderspiel. Im täglichen Betrieb vereinfacht Cloud Computing die Erledigung von komplexen Aufgaben enorm. Es befreit Unternehmen davon, Lösungen für Teilprobleme zu suchen, statt sich mit dem Kernproblem zu befassen. Insbesondere durch überall und jederzeit verfügbare Informationen profitieren unternehmensweit alle Prozesse. Durch spezielle Mobility-Werkzeuge wird zudem die Kommunikation innerhalb von Teams enorm beschleunigt. Kleine und mittelständische Betriebe können dank Cloud-Services auf Technologien und Anwendungen zugreifen, die zuvor aufgrund hoher Kosten nur großen Konzernen vorbehalten waren – sie haben damit die Chance, ihre Wettbewerbsfähigkeit drastisch zu erhöhen. Darüber hinaus können KMUs bestimmte Dienstleistungen über Managed Services beziehen und ihre Konzentration auf die Kernkompetenzen legen. IT-Outsourcing durch Managed Services bringt viele Vorteile: So wird vor allem eine längerfristige Kapitalbindung vermieden, da die benötigten Dienste und Hardware angemietet werden, wofür klar kalkulierbare Kosten monatlich fällig werden. Jederzeit können damit Ressourcen genutzt, die immer auf dem aktuellen Stand der Technik sind oder laufend auf den aktuellen Stand gebracht werden. Mittels klar definierter Dienstleistungsvereinbarungen erfolgt ein Risikotransfer vom eigenen Unternehmen in Richtung des Anbieters.


In produktionsorientierten Branchen ist „Industrie 4.0“ das Maß aller Dinge ­– also die Verbindung Mensch zu Maschine. Wie können Produktionsbetriebe den Spagat zwischen der realen und der virtuellen Welt bewältigen, um beispielsweise die Effizienz oder auch die Qualität zu steigern?

Für ein optimales Arbeitsumfeld sollte der Fokus darauf gelegt werden, den Mensch im Einklang mit der Maschine zu sehen. Ein erster wichtiger Schritt ist dabei, das Know-how der eigenen Mitarbeiter zu erhöhen, um diese für die Schnittstelle Mensch-Maschine zu sensibilisieren. In der Praxis kann können dann beispielsweise durch Monitoring der Produktions-Prozesse in der Fabrik gezielt Produktions-Risiken minimiert werden. Eine kontinuierliche Auswertung produktionsrelevanter Daten macht zudem die Qualität der Produkte transparent.


Lassen Sie uns noch einen Blick in die Glaskugel werfen: Wo sehen Sie noch Potenzial bei der digitalen Transformation?

Ich bin mir sicher, dass wir auch noch in ein paar Jahren über Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation sprechen werden. Jedes Unternehmen wird die Frage für sich selbst beantworten müssen, sollte aber in jedem Falle den Kunden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Die Zukunft liegt in der Verknüpfung von materiellen und virtuellen Dingen. Nicht selten wird der Wandel zur Dematerialisierung neue smarte Geschäftsmodelle und Dienstleistungen hervorbringen. Diejenigen Unternehmen, die es verstehen „neu“ zu denken, haben die besten Voraussetzungen, Wachstumschancen zu erzielen und neue – vielleicht heute noch fremde – Märkte zu erschließen.